Postschiffreise Bergen - Kirkenes
14. - 20.10.2008
Ganz spontan hatten wir uns zu einer erneuten Postschiffreise entschlossen, die diesmal im bunten Herbst stattfinden sollte.
Wie üblich regnete es in Bergen, als wir dort gegen 22.30 Uhr vom Kai ablegten. Auf der gesamten Tour hatten wir durchwachsenes Wetter: Regen, Wind, Sonne, dunkle Wolken, strahlend blauen Himmel, dicke weiße Wolken - nur Schnee ließ sich noch nicht blicken. Dafür kamen wir hoch im Norden nach dem Nordkap in der Barentsee zum ersten Mal während unserer bisher drei Reisen in den zweifelhaften "Genuss" stürmischer See und der berühmt-berüchtigten Seekrankheit... Ich hätte nie gedacht, dass dieses große Schiff (wir sind wieder mit der Midnasol gefahren) trotz Stabilisatoren dermaßen auf den Wellen tanzen würde. Viel schlimmer war jedoch, wenn es von diesen Wellenbergen in tiefe Wellentäler hinabkrachte. Das gesamte Schiff ächzte und stöhnte und mit ihm ganz sicherlich so mancher Passagier, grün im Gesicht... Irgendwann im Laufe der Nacht erreichten wir dann ruhigere Gewässer und die wilde Schaukelei hatte ein Ende.
Wieder zuhause, erfuhren wir dann, dass die Midnatsol auf ihrem Rückweg nach Bergen im Bereich der Lofoten in einen schweren Herbststurm geraten war. Es gelang dem Kapitän zwar noch, Svolvær zu verlassen, aber eine Überquerung des Vestfjords war nicht möglich, so dass das Schiff zurück in den Raftsund und dort vor Digermulen bis zum anderen Morgen auf besseres Wetter warten musste.
Das zweifellos eindruckvollste Erlebnis war die nächtliche Einfahrt gegen 23.30 Uhr in den Trollfjord. Anfangs konnte man den Eindruck gewinnen, das Schiff würde jeden Moment vor einen Felsen fahren, als dann im Licht der beiden Schiffsscheinwerfer plötzlich ein schmaler Einlass zwischen zwei hohen Felswänden sichtbar wurde: Die nur 100 m breite Einfahrt in den Fjord. Unter funkelndem Sternenhimmel und dem fahlen Licht des Vollmondes, der die Gebirgslandschaft in ein geheimnisvolles Licht tauchte, bahnte sich die Midnatsol vorsichtig ihren Weg durch den schmalen Fjord. Normalerweise fahren nur die südwärtsgehenden Postschiffe den Trollfjord an, soweit das Wetter es zulässt. Wir hatten Glück mit unserem Kapitän, der uns dieses unvergessliche Erlebnis aufgrund des guten Wetters auch noch um diese Jahreszeit ermöglichte.
Und nun lassen wir wieder die Bilder für sich sprechen ...
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