Trapperleben
DONNERSTAG 13.12.01
Ich hatte gut geschlafen und mein erster Gedanke, sobald ich wach bin, ist Kaffee. Draußen war es noch dunkel und es begann die übliche Suche nach der Stirnlampe im Schlafsack. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, alle meine Sachen, die ich am Morgen sofort benötige, im Schlafsack zu deponieren; das vereinfacht die Suche erheblich. Es bietet sich auch an, falls man am Morgen mal Wäsche wechseln möchte, diese am Vorabend mit in den Schlafsack zu nehmen um z.B. ein Hemd auf Körpertemperaturen zu haben. Es ist auch nicht unüblich, mit der durchgeschwitzten Wäsche in den Schlafsack zu kriechen, man findet eh keine Stelle, wo man sie zum trocknen aufhängen könnte, abgesehen davon, dass größere Wäscheteile auch nicht trocken werden. Keine Sorge, bei den Temperaturen riecht man nichts mehr ...
Heute schlief auch Steve noch, besser gesagt, schnarchte etwas vor sich hin, der normal als Erster immer wach war. Zum Glück hatten wir kein Sägewerk unter uns, denn das könnte ein echtes Problem sein. Ich legte tüchtig Holz nach und verschwand dann vor das Zelt mit dem Kaffee vom Abend zuvor. Dort fand ich noch viele kleine Fleischbrocken, die bestimmt dankbare Abnehmer finden würden. Natürlich wurde ich schon auf Schritt und Tritt von 50 neugierigen Augen verfolgt, die in der Dunkelheit funkelten wie die Sterne am Himmel. Die Leckerbissen wurden von meinem Team gerne genommen und stürmisch verschlungen, wobei manche regelrecht nach der Hand schnappten. Angst, dass die Hunde zubeißen, muss man nicht haben.
Nach dem gestrigen Tag kam ich zu dem Ergebnis, dass ich etwas an meiner Kleidung ändern musste. Die Ausrüstung hielt mich warm, aber sie war doch etwas umständlich zu tragen. Zu Hause war ich zunächst etwas schockiert über die Preise, wenn man Kleidung in Betracht zieht, die für Temperaturen um –30 und mehr geeignet sein sollen. Jacke und Hose kosten so etwa 1000.- DM (heute natürlich den entsprechenden Betrag in EURO) und mehr und sind extrem leicht. Wer nicht regelmäßig Winterurlaub macht, dem ist vor so einer Anschaffung abzuraten und man sollte sich die Ausrüstung im Camp anmieten; dies gilt natürlich auch für den Schlafsack und die Schuhe. Das kostet etwa 100 CND/Woche komplett! Der Nachteil ist, man darf nicht damit rechnen, die richtige Größe zu bekommen. Das ist alles so weit kein Problem, solange man nur auf dem Schlitten steht. Steigt man ab und man muss schieben oder den Berg rauf, merkt man den Unterschied. Am Körper selbst trug ich Thermounterwäsche (mit LongJohn), darüber ein Flanellhemd, Fleecepullover und die Jacke, deren Innenteil zusätzlich noch eine Art Schaumstoffweste enthielt. An den Füßen trug ich gute Wandersocken und außerdem Fleecesocken, mit denen man dann in die Spezialschuhe steigt. Über die Thermounterhose zog ich eine Fleecehose und die Hose, die ich gemietet hatte, an. Die Hose hinterließ bei mir den Eindruck, als ob man Riesenpampers tragen würde. Alles in allem sieht man dann aus wie eine Boje. Der Kopf wurde mit einer Gesichtsmaske und mit einer Fleecemütze vermummt. Nichts desto trotz erlag ich zu Hause doch der Versuchung, mir noch einen Skianzug zuzulegen, eher aus der Motivation heraus, sich damit nur im Camp zu bewegen. Der Overall, den ich erstanden hatte, war 100% winddicht und hat 250 DM gekostet.
Heute entschloss ich mich, mein eigenes Material zu testen und die andere Ausrüstung im Schlitten zu verstauen, falls das alles nichts taugen sollte. Nach dem Frühstück zog ich nun meinen Overall an und fing an, meine fünf Hunde anzuschirren. Schon bei dieser Tätigkeit merkte ich, dass es nicht so schwerfällig abging wie mit der anderen Ausrüstung. Aber mal sehen, ob ich nach Stunden noch immer derselben Meinung bin und wie die Ausrüstung der Kälte trotzen wird. Nachdem wir alle mit dem Anschirren fertig waren, ging es los zum 57 Mile Lake, zur Tagsetappe, die heute vorgesehen war. Vermutlich war es schon 9 Uhr, zwar schon hell, aber die Sonne war noch nicht zu sehen und noch von den Bergen verdeckt, als wir starteten. Vom 37 Mile Lake aus, wo sich unser Zelt befand, trabten die Hunde am Ufer entlang. An steilen Hängen ragten abgeknickte Bäume über den See, wobei wir gelegentlich auch den Kopf einziehen mussten, um darunter wegfahren zu können. Ich genoss es auf den vereisten Seen zu fahren, da sie für mich den besten Blick auf die Weite des Landes gestatteten. Obwohl die hügeligen Buschpfade einem auch enorm viel Spaß bereiten, versperren die Wälder doch so manch schöne Aussicht. Am Anfang der Reise überlegte ich mir, ob ich nicht zusätzlich auch noch die Gelegenheit nutzen sollte, mit dem Skidoo mal am Wochenende einen Trip zu wagen. Aber mit der Erfahrung von jetzt weiß ich, dass man mit den Dingern nicht wie mit dem Hundeschlitten überall hin kommt. Ich gestehe aber, einmal mit dem Skidoo einfach über den See zu brettern, ist eine Versuchung wert; das war es denn aber auch schon, was ich zum Skidoo zu sagen habe.
Wir näherten uns dem Ende vom 37 Mile Lake und es ging ab über leichte Hügel in den Wald hinein. Rauf, runter, enge Kurven, kleine Wälle, versteckte Löcher, Kopfeinziehen, viele Gumpen (kleine Vertiefungen), also nicht unbedingt etwas für kaputte Wirbelsäulen oder Bandscheibengeschädigte. Gelegentlich hörte man hier und da ein "Wohoo", was darauf schließen ließ, das jemand vom Schlitten fiel. Ab und zu ließ ich mich auch etwas zurückfallen, um den Vordermann aus der Sicht zu verlieren und um wirklich den Eindruck zu haben, man ist hier der Einsamkeit ein Stück näher. Gegen Mittag erreichten wir den 57 Mile Lake und an der Einfahrt zum See entdeckten wir eine verlassene Trapperhütte, die wohl nur im Sommer von Jägern benutzt wird. Im übrigen dachte ich, doch etwas mehr Wild zu sehen, aber nicht ein Tier wollte sich uns zeigen. Nach der Rast drehten wir eine große Runde um den See und traten dann auch die Rückfahrt an, um gegen 17 Uhr im Camp zu sein. Am Camp angekommen, wurden die Hunde zu ihren Plätzen gebracht, und wir begannen mit den üblichen Aktivitäten. Wasser holen, Holz sägen und das Hundefutter zubereiten. Da heute unsere letzte Übernachtung in der Wildnis war, musste die doppelte Menge Holz beschafft und zersägt werden, da für die nächste Gruppe Holz hinterlassen werden muss. Wir waren begeistert! Die Mädels boten sich an, das Holz herbeizuschaffen. In der Zwischenzeit übernahmen Steve und ich die Versorgung der Hunde, in dem ich zuerst das Eisloch wieder aufbohrte. Man hat zwar relativ schnell ein Loch ins Eis gebohrt, das Problem ist aber, das Loch soweit zu vergrößern, dass ein Schöpfkelle hinein passt. Es bleibt also nichts anderes übrig als mit der Axt das kleine Loch zu erweitern und zu vertiefen. Unterdessen war es stockfinster und ohne Stirnlampe funktioniert überhaupt nichts mehr. Steve mühte sich ab, diesen Kocher in Gang zu bringen, bzw. die Flamme auf die richtige Einstellung zu bringen, ohne dass sie dabei dauernd ausging. Die Fleischbrocken die man mit der Axt abschlug, bestehend aus 100% Hühnerfleisch, kamen dann in eine ehemalige Kühlbox und das Ganze wurde dann mit warmen Wasser übergossen und noch mit viel Fett angereichert, denn so viel Kalorien hat nun Hühnerfleisch nicht, damit die Hunde auf die notwendige Kalorienzahl kommen. Alles zusammen wird dann ziemlich flüssig den Hunden gereicht; so stellt man sicher, dass die Hunde auch viel Flüssigkeit zu sich nehmen können. Die Näpfe sollten schon etwas in den Boden gedrückt werden da einige besonders schlaue mit Absicht auf die Kante des Fressnapfes treten, um auf diese Weise nur an die Fleischstückchen zu kommen. Je Hundeportion rechnet man etwa ein Volumen von einem bis eineinhalb Liter.
Mein Experiment, auf meine persönliche Ausrüstung zu vertrauen, stufte ich zwar nicht als gescheitert ein, doch sah ich ein, dass so etwa minus 30 Grad das Äußerste ist, was man diesem Overall zumuten kann; mit der entsprechenden Kleidung darunter getragen. Laut Hersteller entsprach das Gewebe der Mikrofasertechnik, die somit auch vor Feuchtigkeit guten Schutz bieten müsste. Schade, dass es nicht geschneit hat, um auch hier die Tauglichkeit abzuklopfen. Auch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass hier die Kälte eher trockener Natur ist und nicht so nassklamm wie in unseren Breitengraden.
FREITAG 14.12.01
Heute ging es zurück ins Basislager und wir waren früh auf, um zu frühstücken und das Camp wieder in dem Zustand zu verlassen, in dem wir es vorgefunden hatten. Wir packten unsere persönlichen Gegenstände in die Rucksäcke oder Reisetaschen, rollten die Schlafsäcke zusammen und verstauten alles in unseren Schlitten. Die Schlitten waren um einiges leichter als auf der Hinfahrt, da kein Proviant transportiert werden musste. Für zwei Mädels war auch heute die Tour zu Ende, während Gudrun und ich noch eine weitere Woche in Haines Junction vor uns hatten. Nach der ersten Woche kam ich zu der Überzeugung, dass es vollkommen ausreicht, mit vier bis fünf Hunden pro Schlitten auf Entdeckungsfahrt zu gehen. Natürlich hat jeder schon mal Gespanne gesehen mit zehn bis zwölf Hunden davor. Der zeitliche Aufwand, bis man so ein Gespann täglich einmal komplett an- und abgeschirrt hat, geht dann von der Fahrzeit ab. Zurück ging es wieder über den 37 Mile Lake. Das Eis auf dem See war doch griffiger als auf dem 57 Mile Lake, da sich hier über dem Eis eine gute Schicht Schnee befand und die Hunde somit mehr „Grip“ hatten, als auf purem Eis. Plötzlich kam der ganze Tross zum stehen, da Steve damit beschäftigt war, den Leithunden noch mal zu zeigen, wo „geradeaus“ ist! Anstatt längs über den See zu laufen, brachen die Leithunde Richtung Ufer aus. Steve musste also vorne weg laufen, um den Hunden die Richtung zu zeigen. Haben sie es kapiert , lässt man das Gespann an sich vorbei ziehen und springt wieder auf den Schlitten. Schlitten nicht verpassen! Das amüsante Manöver nahm einige Minuten in Anspruch, bis die Karawane sich wieder auf Kurs befand. Am Ende des Sees angekommen, schlugen wir einen anderen Weg ein, als den, auf dem wir hierher gekommen sind. Steve nahm wieder Kurs auf einen Berg, der diesmal zum Glück nicht so steile Anstiege enthielt. Vielleicht nahm ich das auch nur an; da ich meine eigene Ausrüstung an hatte, klappte es auch viel besser. Besonders, wenn es steil hoch ging, funktionierte das Pushen besser, in dem man nur mit einem Bein auf der Kufe steht und mit dem anderen kräftig abdrückt, um die Hunde zu unterstützen. Wir reden hier von kurzen Anstiegen von 45 und mehr Grad. Die können einen ganz schön mürbe machen. Dieser Berg war wesentlich besser als der andere, da er auch gute Panoramablicke auf das tieferliegende Tal bot, weil die Baumzone öfters durchbrochen wurde. An diesen Stellen konnte ich dann schnell ein paar schöne Fotos machen. Die Mädels waren schon sauer wegen der Kameraprobleme und taten mir mittlerweile richtig Leid. Diese hochempfindlichen Geräte können bei diesen Temperaturen abschmieren, da hilft nur eine Art Thermoverpackung, um sie im Schlitten zu deponieren. Auf diesem Berg gelangen mir ein paar wirklich schöne Aufnahmen. Es boten sich romantische Ausblicke, die der Ausdrucksweise in den Bildern von Caspar David Friedrich entsprachen.
Spät am Nachmittag kamen wir zurück ins Basis Camp. Für die einen ging der Flieger zurück nach Hause, die anderen hatten noch eine Woche Skiurlaub in der Ecke von Whistler vor sich. Priska und Uta wurden, nachdem sie ihre Sachen gepackt hatten, nach Whitehorse gefahren, um dort im Hotel zu übernachten. Am Samstag morgen flogen sie dann nach Vancouver weiter. Gudrun und ich entschlossen uns, auch mit nach Whitehorse zu fahren, um unsere privaten Depots aufzupäppeln und mal wieder ein paar „Menschen“ zu sehen! Die Vororte von Whitehorse zeigten sich recht weihnachtlich und viele Häuser waren schon mit bunten Lichterketten geschmückt. Angekommen im Hotel, wo die Mädels abgesetzt wurden, stürzte ich mich auf den Computer und schrieb eine Mail nach Hause! Ich glaube, man wartete schon sehnsüchtig auf eine Nachricht von mir. Doch dann... Nein! Timeout beim Bezahlcomputer, alles weg, wie die Zeit vergeht! 8 Minuten kamen mir doch erheblich länger vor! Noch mal ein paar Dollars und Email neu schreiben. Da wir eigentlich die ganze Woche kaum einige Minuten mal alleine für uns selbst sein konnten, seilte ich mich ab und genoss das Flanieren in der Mainstreet von Whitehorse. In einem Restaurant schob ich mir ein Steak zwischen die Rippen. Puh das war nötig, mal endlich wieder ein großes Stück Fleisch auf dem Teller zu haben.
Als wir ins Camp zurückkamen, wartete dort schon das warme Wasser auf uns für die Dusche, schließlich hatten wir so ungefähr eine Woche kein Wasser mehr gesehen und wenn, dann hauptsächlich nur in gefrorenem Zustand. Zum Duschen wurde ein etwa 10-15 Liter großer „Gummibeutel“ mit Wasser gefüllt. An einem Ende des Beutels war ein ca. 50 cm langer Schlauch mit einer Brause befestigt. Mit dieser „tragbaren Dusche“ bewaffnet, ging ich schnell ins Nachbargebäude, wo sich eine Duschkabine befand, und hängte das Ding an die Decke. Wer nun erwartet hat, dass die Blockhütte beheizt war, den muss ich leider enttäuschen. Ich fror mir also im wahrsten Sinne des Wortes den Arsch ab... Also, Klamotten runter und durch! Na, der Grog hat sich jedenfalls gelohnt! Nur zum Verständnis: wir waren hier von Whitehorse 100 Km weit entfernt irgendwo in der Einsamkeit, wo es keinen Strom gibt. Es gab zwar einen Warmwasserboiler, aber der hätte zum Warmhalten des Wassers mit einer unendlichen Energieverschwendung betrieben werden müssen, um die Rohre vor dem Zufrieren zu bewahren.
SAMSTAG 15.12.01
Als ich am Morgen aufwachte und zum Frühstück ins Haupthaus wollte, sah ich einen der Jungs, die dort bei Sab aushalfen, wie er unter einem Wagen mit einem Brenner versuchte, die Ölwanne auf Temperatur zu bringen. Die Nacht musste wieder sehr kalt gewesen sein. Plötzlich wunderte ich mich, dass ich das morgendliche Hundegeheul überhaupt nicht wahrgenommen hatte bzw. daraufhin wachgeworden bin. Macht nichts, dachte ich, war das doch eine gute Ausrede, sich vor dem „Cleaning the Yard“ zu drücken. Heute sollten auch zwei neue Gäste kommen, die mit Gudrun und mir die Tour bei Haines Junction machen werden. Ein Kanadier und ein US Amerikaner mussten gegen 10 Uhr aus Whitehorse vom Airport abgeholt werden. Da heute nichts Besonderes angesagt war, außer der Wechsel nach Haines Junction, fuhren wir mit Mike nach Whitehorse, um die beiden Neuen abzuholen und um uns in der Stadt noch etwas herum zu treiben. Auch sie mussten bestimmt ins „Work World“, um hier und da noch fehlende Kleinigkeiten für die Tour mitzunehmen bzw. auch dem Liquoer-Store noch ihre Referenz zu erweisen.
Der Alaska Hwy. forderte seine Opfer, denn auf dem Weg nach Whitehorse lagen etliche Fahrzeuge im Straßengraben im Schnee, die wir am Abend zuvor dort noch nicht gesehen hatten. Etwas merkwürdig war das schon, da der Highway gut geräumt schien, und wir jetzt auch etwa 100 Km/h fuhren. Außerdem hatte es in der Nacht auch nicht geschneit. 20 Km vor Whitehorse glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen, was ich hier in der Einöde nun sah. Da joggte eine Frau tatsächlich den Alaska Hwy entlang. Das alleine ist ja noch nichts Ungewöhnliches, aber bei –30 Grad? Von Mike erfuhren wir, dass es sich um eine stadtbekannte Marathonläuferin handelte. Wer wohl ihre Gegnerin waren? Moschusochsen? Eisbären??
Mike setzte mich an der Mainstreet in Whitehorse ab und ich nahm noch mal die Gelegenheit wahr, für mich alleine zu sein. Treffpunkt war um 11 Uhr vor dem „Work World“. Auf der Tour selbst ist man nicht so alleine, wie man vielleicht denken mag; die gemeinsamen Tätigkeiten, die zu verrichten sind und die Enge, von der man im Zelt umgeben ist, ist vielleicht nicht Jedermanns Sache. Leute, die leicht zur Hyperventilation neigen, sollten sich schon überlegen, ob für sie so ein Vorhaben das richtige ist. Hier kann man sich schnell ins Gehege kommen und es gibt kein Entrinnen, man muss miteinander auskommen, da man keine Möglichkeit hat, sich aus dem Weg zu gehen. Ich versteckte mich in einem Bücherladen und interessierte mich für topographische Karten, mit deren Hilfe man bestimmte Flüsse mit Kanus befahren konnte. Eine Kanutour wäre noch so eine Sache, die ich mal gerne machen würde. Langsam musste ich mich aufraffen, um zum vereinbarten Treffpunkt zu gelangen. Mike und die neuen Gäste schienen schon da zu sein, denn der Wagen stand direkt vor „Work World“, und zwar leer. Bestimmt werden sie noch in den Liquoer-Store gehen, und etwas Frostschutzmittel zu erstehen. Es war also noch etwas Zeit, um einen Kaffee zu trinken und etwas kurzweilig vor dem Geschäft mit Gudrun zu plaudern, die nun auch mit ein paar Tüten ankam. Nach einer weiteren halben Stunde waren wir nun alle komplett und mit Patrick und John ging es zurück nach Blue Kennels, wo wir nur noch unser Gepäck aufnehmen wollten, und mit einem zweiten Wagen noch einige Hunde mitnahmen, da in Haines Junction im zweiten Camp noch nicht genügend Hunde für die gesamte Wintersaison waren. Die Rückfahrt nutzten wir, um uns gegenseitig kennen zu lernen und Gudrun und ich plauderten über unsere erste Woche und die gewonnenen Eindrücke. Irgendwie war eine andere Stimmung mit drei Männern und einer Frau als umgekehrt, wobei ich nicht erklären kann, warum ich diesen Eindruck hatte, lustiger war es auf alle Fälle. Im Camp angekommen machten wir uns direkt daran, einige „frische“ Hunde auf den Wagen zu verladen, auf denen sich viele kleine Zwinger befanden. Unsere Hunde, die wir auf der Tour hatten, bekamen nun ihre verdiente Pause für eine Woche und erhielten zusätzlich noch ein riesiges Stück Rippchen als Belohnung, über das sie sich genüsslich hermachten. Mein letzter Dank galt den Hunden, die mich in der ersten Woche begleiteten, und auf ging es nach Haines Junction.


