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Blockhüttentraum am Little Atlin Lake

21.2. - 9.3.2005

Im Februar 2005 verbrachte ich zwei Wochen in einem urgemütlichen Blockhaus der Little Atlin Lodge am Rand des gleichnamigen Sees. Wenige Tage vor meinem Abflug gab es einen Kälteeinbruch, der die Temperaturen teilweise auf unter -45° sinken ließ. Dann schlug das Wetter urplötzlich wieder um, es wurde wärmer. In diesem Jahr gab es so viel Schnee wie all die Jahre vorher nicht. Als ich in meiner Blockhütte ankam, lag dort der Schnee an manchen Stellen fast hüfthoch. Es war traumhaft schön in der winterlichen Ruhe und Stille. Ich fand es nur schade, dass die Temperaturen an einigen Tagen über die 0°-Grenze kletterten. In den Nächten wurde es dann bis -12° kalt, und bei meinen morgendlichen Spaziergängen auf dem dick verschneiten See funkelten die Schneekristalle in der aufgehenden Morgensonne wie tausende von Diamanten. Oftmals stapfte ich mit meinen Schneeschuhen schon in der Morgendämmerung hinaus auf den See und wartete darauf, dass die Sonne ihre ersten Strahlen über die Bergspitzen schickte. Tag für Tag spurte ich meine "Schneeschuh-Loipe" auf dem stillen See weiter. Am ersten Tag musste ich mir erst mal mühsam einen Pfad durch das kleine Wäldchen vor meiner Hütte zum Seeufer bahnen. Oftmals brach ich dabei bis zum Oberschenkel in der weißen Pracht ein, verlor manchmal den Halt und saß dann in einem tiefen Schneeloch, aus dem ich mich mühsam vor Lachen prustend wieder herausarbeitete, um die nächsten Schritte auf der unsicheren Schneedecke zu wagen. Ich hatte vorher Zuhause nicht damit gerechnet, wie schwierig und Kräfte zehrend solche Schneeschuhwanderungen sein würden. Aber von Tag zu Tag machte es mehr Spaß und ich wagte mich so manches Mal weit auf die Seefläche hinaus. Weit vom Ufer entfernt hatten Fischer ein Loch ins Eis gebohrt, an dem sie stundenlang ausharrten, um Fische zu angeln. Einmal sah ich am Ende des Sees eine große Karibu-Herde über die weiße Fläche ziehen. Leider war sie zu weit weg, um sie fotografieren zu können.

In den ersten Nächten tauchte der Vollmond die winterliche Landschaft in ein silbrig und magisch glänzendes Licht. Oftmals zog es mich hinaus auf die breite Holzterrasse. Dort stand ich dann mit einer Tasse heißem Tee oder dampfenden Kakao und wartete auf Polarlichter. Der funkelnde und glitzernde Sternenhimmel über mir ließ mich die Kälte völlig vergessen. Fasziniert verfolgte ich die Bahn der quer über den Himmel ziehenden Satelliten, die man mühelos mit bloßem Auge erkennen konnte. Ab und zu fiel eine Sternschnuppe vom tiefschwarzen Himmel. Magie pur! Im Licht der Gaslampen und flackernden Kerzen begann ich, auf meinem Laptop mein Buch zu schreiben oder vertrieb mir die Stunden mit Lesen meiner mitgebrachten Bücher.