17.09.03
Heute geht es zurück über den Cassiar Hwy Richtung Watson Lake. Dort wollen wir dann über den Campbell Hwy bis Carmacks fahren und uns eventuell noch einen kleinen Teil der South Canol Road ansehen, wenn es das Wetter zulässt. Inzwischen ist es merklich kälter geworden, die Berge liegen voller Schnee.
Campground: "Mountain Shadow Campground" wie auf dem Hinweg
18.09.03
Je weiter wir auf dem Cassiar Hwy nördlich kommen, um so mehr Schnee liegt bald am Straßenrand. Bei Moose Madows geraten wir in Schneetreiben. Das schlechte Wetter verlässt uns, als wir an der Kreuzung von Alaska- und Cassiar Hwy auf den Alaska Hwy in Richtung Watson Lake abbiegen. Von Schnee ist hier nichts mehr zu sehen. In Watson Lake frischen wir unsere Vorräte auf und treffen vor dem Supermarkt auf ein Paar mit einem kleinen Kind in einem uralten Unimog. Sie sind schon seit zweieinhalb Jahren auf Weltreise, waren in Laos, Kambodscha, Thailand, Australien, Neuseeland, kommen gerade aus Alaska und wollen nach einem kurzen Ausflug nach Deutschland weiter durch Südamerika fahren. Wir dürfen einen Blick in ihre Behausung werfen. Na ja, Chaos war noch nie etwas für mich... Über Ihre abenteuerliche Weltreise wird es irgendwann ein Buch geben.
Campground: "Campground Services Watson", ein unspektakulärer Platz am Alaska Hwy. - 17 Dollar (mit Stromanschluss)
19.09.03
Wir fahren bei strahlend blauem Himmel auf den Robert Campbell Hwy, der hier in Watson Lake beginnt. Hier oben muss es schon einige Zeit kalt gewesen sein, denn eine dünne geschlossene Schneedecke bedeckt überall den Waldboden. Etliche Seen und kleinere Bäche beginnen an den Seitenrändern zuzufrieren! Es ist deutlich zu merken, dass der Herbst hier vorbei ist, an den Bäumen und Sträuchern flattern nur noch vereinzelt gelbe Blätter im kalten Wind und von leuchtenden Herbstfarben ist weit und breit keine Spur zu sehen. Nach 180 km auf einer fast durchgehenden Schotterpiste, die besser zu befahren ist, als wir gedacht haben, erreichen wir spät nachmittags den in einem Fichtenwald gelegenen Campground unmittelbar am Frances Lake. Später genießen wir am Lagerfeuer die herrliche Ruhe und den Sonnenuntergang am See.
Campground: "Frances Lake Campground " - staatlich
20.09.03
Über Ross River und Faro geht es dann am heutigen Tag bei leichter Bewölkung auf dem Campbell Hwy weiter. Bei Ross River biegt die South Canol Road (führt bis Johnsons Crossing am Alaska Hwy) ab. Wir trennen uns von unserem ursprünglichen Plan, zumindestens eine Teilstrecke davon zu befahren. Grund ist das schlechte Wetter, und außerdem sieht sie vom Abzweig aus betrachtet aus wie bei uns ein schmaler Feldweg, was bei den zum Teil schlammigen Straßenverhältnissen nicht gerade einen beruhigenden Eindruck auf uns macht.
Von der Landschaft am Campbell sind wir etwas enttäuscht, was sicherlich auch am bevorstehenden Winter liegt. Wir sehen kein einziges Tier, von Vögeln einmal abgesehen (das wird bis zu unserem Urlaubsende auch so bleiben). Sie scheinen sich alle schon für den Winterschlaf zurückgezogen zu haben bzw. sind emsig dabei, für die harten Wintertage genügend Vorräte anzulegen. Uns laufen weder Fuchs noch Elch oder Karibu vor unsere Nasen. Noch nicht mal Hasen hoppeln durch die Gegend. Wenn man das Verhalten der Tiere als Gradmesser nimmt, steht dem Yukon ein langer und harter Winter bevor...
Campground: "Durry Creek", ein herrlicher Platz an einem kleinen See - staatlich
21.09.03
Nachts hören wir, wie laut der Regen auf das Dach unseres Wohnmobils trommelt. Am Morgen ist es stark bewölkt, aber trocken. In der Nähe von Carmacks endet der Campbell Hwy (oder beginnt, je nach dem von welcher Richtung aus man ihn befährt) und wir fahren dort auf dem Klondike Hwy in Richtung Whitehorse weiter. Auch hier sieht die Landschaft schon mehr winterlich als herbstlich aus. In Whitehorse angekommen, kaufen wir noch schnell frische Lebensmittel ein und fahren dann weiter zu den Takhini Hot Springs, wo wir heute Nacht bleiben werden.
Campground: "Takhini Hot Springs", wenn man nicht auf Strom angewiesen ist, sollte man auf jeden Fall die anderen großzügig bemessenen im Wald liegenden Plätze nehmen! - 20 Dollar (mit Stromanschluss), Eintritt in den Poolbereich ist nicht eingeschlossen!
In der Wintersaison (ab 15.9.) ist der Pool nur von freitags bis sonntags geöffnet.
22.09.03
Gestern Abend haben wir uns endgültig entschlossen, noch einmal zum Kluane Park zu fahren, der uns schon bei unserem ersten Urlaub im Yukon mit seiner beeindruckenden Bergkette so begeistert hat. Zunächst müssen wir uns aber an den Anblick des Schnees gewöhnen, als wir die Gardinen des Wohnmobils zurückziehen! Schneefall begleitet uns auch auf der knapp 200 km langen Strecke bis Haines Junction, aber der Alaska Hwy ist frei und gut zu befahren. Wir statten wieder dem Visitorcenter einen Besuch ab und sehen uns dort einen bemerkenswerten Film über Bären an. Der ausgehängte Wetterbericht verheißt nichts Gutes: es soll nachts am Kluane -6° geben.
Campground: "Kluane Campground" mit Stellplätzen unmittelbar am See - staatlich
23.09.03
Es hat zwar heute Nacht nicht den angekündigten Frost gegeben, aber kalt ist es allemal, die Sonne scheint zeitweilig. Am 25.9. werden dann auch die staatlichen Campgrounds alle geschlossen. Es wird also Zeit, dass wir nach Hause kommen. Der Winter steht vor der Tür, es gibt weder Tiere, Blätter noch Beeren auf unserer Fahrt über den Haines Hwy Richtung Haines. Wir wollen noch dem Klukshu River einen Besuch abstatten, in der Hoffnung, dort vielleicht noch auf Bären zu treffen. In diesem Fluss steigen im Spätherbst noch Coho-Lachse auf. Das am Flussufer liegende Indianerdörfchen wird während der Lachssaison von Ureinwohnern bevölkert, die dort noch nach alten Traditionen Lachse fangen und räuchern und sich so einen Vorrat für den Winter anlegen. Als wir dort ankommen, ist der Ort wie ausgestorben. Große rotgefärbte Lachse wandern den Fluss aufwärts zu ihren Laichplätzen, Bären sehen wir keine, dafür einen Weißkopfseeadler.
Als wir abends auf dem "Dezadeash Lake Campground" am Feuer stehen und dem lauten Wellengeplätscher des Sees zuhören, wälzt sich auf einmal eine weiße Wolke über die Berge am anderen Ende des Sees. Sie rollt förmlich über die Bergspitzen und hüllt alles in eine undurchdringliche weiße Watte. Von einer Minute zur anderen ist es auf dem See urplötzlich totenstill, unheimlich! Und wenig später fängt es leicht an zu grieseln. Aus dem grieseln werden nach kurzer Zeit Schneeflocken, die um uns herum tanzen. Mitten in der Nacht leuchte ich mit meiner Taschenlampe aus dem Alkovenfenster in die Dunkelheit hinaus. Es schneit immer noch, zeitweise sind die nächsten Büsche an unserem Stellplatz im dichten Schneetreiben nicht mehr zu erkennen. Wie sollen wir morgen früh hier bloß wieder wegkommen? Übermorgen geht unser Flieger zurück nach Deutschland!
Campground: "Dezadeash Campground" - staatlich
24.09.03
Es schneit zwar immer noch, aber inzwischen scheint es wärmer geworden zu sein, es ist Nass-Schnee. Dank der Winterbereifung an unserem Wohnmobil gelangen wir auch von unserem Stellplatz auf den völlig verschneiten Haines Hwy, der ungefähr 10 cm hoch mit einer geschlossenen Schneedecke bedeckt ist. Vor uns gibt es nur eine einzige Reifenspur. Nach kilometerlanger Schlitterfahrt durch eine traumhafte Winterlandschaft kommt uns dann aus Richtung Haines Junction eine Schneefräse entgegen, so dass wir dann auf der geräumten Straßenseite schneller vorankommen. Auf dem Alaska Hwy ist von Schnee schon nach wenigen Kilometern nichts mehr zu sehen, und bei strahlendem Sonnenschein erreichen wir am Nachmittag Whitehorse, wo wir zum letzten mal übernachten werden.
Campground: Mackenzie Campground - alles andere als schön gelegen. Man hat um diese Zeit aber kaum noch große Auswahl, da sehr viele Plätze bereits geschlossen haben. - 20 Dollar (mit Stromanschluss)
25.9.03
Flug von Whitehorse nach Frankfurt, wo wir am anderen Morgen (26.9.) wohlbehalten eintreffen.


